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Jugendliche ohne Ausbildungsvertrag

Jugendliche ohne Ausbildungsvertrag stellen in der Berufsschule eine immer größer werdende Schülergruppe dar. Man geht von 15-20 % eines Altersjahrgangs aus, die nach dem Verlassen des allgemein bildenden Schulsystems zunächst ohne entsprechenden Ausbildungsplatz bleiben.
Die Gründe für den fehlenden Ausbildungsvertrag liegen teils außerhalb der betroffenen Personen, z. B. in regionalen Benachteiligungen oder konjunkturellen Schwankungen, teils auch in den mangelnden personalen oder fachlichen Qualifikationen der Jugendlichen selbst. Das heißt, die Berufsschulen haben es hier mit einer Schülergruppe zu tun, die in Bezug auf ihre Bildungsvoraussetzungen und persönlichen Kompetenzen stark differiert.
Daher müssen berufliche Schulen neben der klassischen Aufgabe der Erstausbildung verstärkt flexible und individuelle Formen der Förderung der Berufsvorbereitung entwickeln und im Schulentwicklungsprozess verankern. Es muss also gelingen, der Gruppe der ausbildungslosen Jugendlichen Kompetenzen zu vermitteln, die es ihnen ermöglichen, sich auf dem Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt zu orientieren, eine Ausbildung aufzunehmen oder sich im Arbeitsleben zu verorten. Daher stehen weniger Fachkompetenzen im Mittelpunkt der Förderung, sondern überfachliche und sozial-kommunikative Qualifikationen sowie die Fähigkeit zum selbst gesteuerten und selbst verantwortlichen Lernen in unterschiedlichen Lernsituationen.
Langfristige Erfolge bei der Beschulung von JoA sind nur mit einem Konzept zu erwarten, das neben didaktischen Fragestellungen auch die organisatorische Verortung in der Schule klärt, die Vernetzung mit den abgebenden Schulen und anderen beteiligten Institutionen stärkt und verstetigt und die Unterstützung und Fortbildung der Akteure verfolgt.

 

Quelle: www.isb.bayern.de